Was ist Geriatrie?

Unser Ziel ist es, Ihnen auch im hohen Alter ein gutes Leben zu ermöglichen. Wir wollen unseren Patienten dabei helfen, selbstbestimmt und selbstständig glückliche Jahre im Alter zu erleben.

Das Risiko, mit chronischen Erkrankungen oder gar Behinderungen leben zu müssen, steigt mit dem Alter, wir wollen mit all unserem Fachwissen und den modernen Möglichkeiten der Geriatrie Ihre Lebenssituation verbessern.  Auch oder gerade im Alter können medizinische und rehabilitative Behandlungen Ihre körperliche und seelische Gesundheit verbessern und Behinderungen lindern oder gar beheben. Wir helfen Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen und beraten Sie, und wenn Sie wünschen auch Ihre Angehörigen, bei der Bewältigung von Problemen, damit Sie wieder am Leben teilhaben können.

Was ist Geriatrie?

Die Jahre des Lebens verändern unseren Körper, dies betrifft nicht nur die sichtbaren Veränderungen, sondern auch die Funktion und Arbeitsweise der inneren Organe. Daraus folgen Besonderheiten sowohl bei der Entstehung von Krankheiten und deren Symptomen wie auch für die Behandlung von Erkrankungen. Ältere Menschen unterscheiden sich hierbei erheblich von jüngeren Erwachsenen und benötigen deshalb eine spezielle medizinische Behandlung, die mit entsprechender Fachkenntnis dies berücksichtigt. Die Geriatrie (Älterenmedizin) ist die medizinische Fachdisziplin, die sich auf die Behandlung älterer Menschen spezialisiert hat und aufgrund ihrer Behandlungserfolge und der demografischen Entwicklung in Deutschland zunehmend nachgefragt wird.

Der Geriatrische Patient

Die Frage, ab wann Menschen eine geriatrische Behandlung bekommen sollten, lässt sich nicht allein mit dem Alter beantworten. Es gibt Patienten, die mit 60 Jahren bereits alle Kriterien eines geriatrischen Patienten erfüllen, wie es auch Menschen gibt, die mit 80 Jahren ohne Krankheiten und Probleme leben. Die geriatrischen Fachgesellschaften haben vorgeschlagen, bei allen Patienten ab einem Alter von 80 Jahren zunächst eine geriatrische Behandlungsbedürftigkeit anzunehmen. Ab 70 Jahren sollte eine geriatrische Behandlung durchgeführt werden, wenn zeitgleich mehrere Erkrankungen vorliegen (Multimorbidität) und/oder eine Pflegebedürftigkeit droht.

Häufige Krankheitsbilder bei älteren Menschen

Sturz

Viele Patienten kommen nach einem Sturzereignis und entsprechender akutmedizinischer Versorgung zur Rehabilitation. Hier wird versucht, die Gehfähigkeit des Patienten wieder herzustellen und die Ursachen des Sturzes werden analysiert, damit erneute Stürze vermieden werden können.

Gehstörungen - Immobilität

Mit zunehmendem Alter kommt es natürlicherweise zu einer Abnahme der Muskelmasse und der damit verbundenen Muskelkraft. Viele Erkrankungen und Störungen können zusätzlich die Gehfähigkeit verschlechtern und das Risiko von Stürzen erhöhen. Eine Phase der Immobilität, wie sie unter Umständen durch eine mehrtägige Bettruhe im Rahmen einer Erkrankung entsteht, kann dazu führen, dass ältere Menschen ihre Gehfähigkeit verlieren.

Herzinfarkt – Schlaganfall

Das Risiko, gefäßbedingte Durchblutungsstörungen zu erleiden, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Zu den nicht beeinflussbaren Faktoren gehört neben der genetischen Veranlagung das Alter.

Durchblutungsstörungen im Bereich des Herzens (Herzinfarkt) oder des Gehirns (Schlaganfall) sind nicht nur häufig im Alter, sondern auch mit besonderen Gefahren verbunden. Eine dem Zustand des Patienten angepasste intensive Behandlung zur Wiederherstellung der Funktionen mit dem Ziel, weiterhin ein gutes Leben führen zu können, ist Inhalt interdisziplinärer geriatrischer Therapie.

Chronische Schmerzen

Viele ältere Menschen leiden unter chronischen Schmerzen unterschiedlichster Ursachen. Die Lebensqualität wird erheblich beeinträchtigt und die häufig unkritisch eingenommenen Schmerzmittel bringen erhebliche Risiken mit sich. Die Schmerzbehandlung älterer Menschen mit Medikamenten gleicht einer Gratwanderung zwischen Nebenwirkungen und gewünschter Schmerzfreiheit oder zumindest Schmerzkontrolle.

Demenz

Der Begriff Demenz ist vom lateinischen Begriff Dementia („ohne Geist“) abgeleitet. In der Frühphase der Erkrankung sind häufig das Gedächtnis und die Wortfindung betroffen. Im Krankheitsverlauf stellen sich Orientierungs- und Sprachstörungen, Einschränkungen im Urteilsvermögen, im abstrakten Denken, dem Bewegungsablauf und dem räumlichen Vorstellungsvermögen sowie Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen ein.

Verwirrtheit (Delir)

Der akute Verwirrtheitszustand (Fachbegriff: Delir) wird häufig als Demenz fehlinterpretiert. Eine Unterscheidung von der Demenz ist wichtig, da hierbei andere Therapieansätze nötig sind. Die Symptome können vielgestaltig sein. Häufig sind die Patienten unruhig, haben keine zeitliche und örtliche Orientierung und der Tag/Nachtrhythmus ist gestört.

Harninkontinenz

Harninkontinenz belastet die Betroffenen sehr, reduziert die Lebensqualität erheblich und führt zu erschwerter Teilnahme am sozialen Leben. Außerdem gehen oft weitere Erkrankungen, wie z. B. ein Schlaganfall, Demenz oder Diabetes, damit einher und die Lebenserwartung älterer Menschen reduziert sich.

Mangelernährung bzw. Unterernährung

Die Entstehung wird in der Regel durch normale Alterungsprozesse begünstigt und durch Erkrankungen verstärkt.

Die Folge sind körperliche Schwächen, die zu Gangstörungen und Stürzen, zu Gebrechlichkeit und zu erhöhter Infektionsgefahr führen. Wichtig ist es, die Ursachen einer Mangelernährung zu erkennen, damit diese behandelt werden können.

Depression

Die Traurigkeit älterer Menschen wird häufig als Normalzustand angesehen und eine Depression wird nicht erkannt und nicht behandelt.

Diese beeinflusst jedoch die Lebensqualität und sollte unbedingt erkannt werden. Je älter der Patient, desto häufiger werden die depressiven Symptome durch körperliche Beschwerden, wie z.B. Schwindel, Schmerzen, Atemnot, begleitet. Nach erfolgter Diagnose gibt es auch für ältere Patienten gute Behandlungsmöglichkeiten und -erfolge.

Besonderheiten bei der Behandlung von älteren Menschen

Ein besonderes Merkmal ist die Verletzlichkeit des älteren Menschen mit dem hohen Risiko, Komplikationen zu erleiden. Der Gesundheitszustand eines älteren Menschen gleicht einem Kartenhaus, eine kleine Störung kann zur Verschlechterung bislang stabil scheinender chronischer Erkrankungen führen und dramatische, z.T. lebensgefährliche Folgen haben.

Auch wenn dies selbstverständlich scheint, ist der Grundsatz, nicht zu schaden (lat: „primum non nocere“- „erstens nicht schaden“), in der Geriatrie aufgrund der Verletzlichkeit unserer älteren Patienten von besonderer moralischer und ethischer Bedeutung. Jede Maßnahme, egal ob Operation oder zusätzliches Medikament, muss der Überprüfung standhalten, ob der ältere Mensch davon profitiert oder unter Umständen mit einem unvertretbar hohen Risiko belastet wird. Nicht alles, was medizinisch möglich ist, darf unreflektiert angewendet werden.

Viele Erkrankungen entstehen fast ausschließlich im Alter oder sind im Alter häufiger anzutreffen. Ältere Menschen leiden dazu häufig noch an mehreren, oft chronischen Erkrankungen, die sich gegenseitig ungünstig beeinflussen. Daher muss die Behandlung älterer Menschen ganzheitlich sein und darf sich in keinem Fall auf ein Organ beschränken.

Es sind oft mehrere Medikamente einzunehmen, deren Nebenwirkungen und Wechselwirkungen Probleme bereiten können. Der Körper des älteren Menschen reagiert jedoch sehr sensibel auf Medikamente und deren Nebenwirkungen. Insbesondere bei der medikamentösen Therapie müssen deshalb Risiken und Nutzen sehr sorgfältig abgewogen werden.

Die Symptome der Erkrankungen sind im Alter meist untypisch und erschweren die Diagnostik. Durch die altersbedingten Veränderungen der Organe sind zudem Normwerte verändert und müssen individuell interpretiert werden.

Akute und chronische Erkrankungen verstärken die durch einen normalen Alterungsprozess bereits bestehenden körperlichen Einschränkungen. Folge können Behinderungen und/oder Pflegebedürftigkeit sein.

Bei der Behandlung älterer Menschen müssen immer körperliche Einschränkungen erkannt und im Sinne einer Rehabilitation mitbehandelt werden. Die Entstehung von Einschränkungen durch eine Behandlung, z. B. mit Bettruhe, muss vermieden werden.

Akutmedizin

Die Akut-Klinik Sonthofen ist für die internistische Akutversorgung im Raum Sonthofen zuständig und hat sich in enger Zusammenarbeit mit der Reha-Klinik Allgäu besonders auf die Altersmedizin (Geriatrie) spezialisiert.
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Rehabilitation

Die Reha-Klinik Allgäu hat sich als Fachklinik für Geriatrie und Orthopädie auf die Bedürfnisse von Senioren spezialisiert. Sie zählt zu den größten geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen in Bayern.
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Ärzteteam

Das Ärzteteam der Geriatrie-Kliniken Sonthofen hat sich auf die Behandlung internistisch-geriatrischer Krankheitsbilder spezialisiert.
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